Immer wieder dasselbe – fast

Mit dem Beginn unserer zweiwöchigen Urlaubszeit zogen wir weiter nach Leonidio. Dort stieß auch der letzte geplante „fremde Freund“ zu unserer Reisegruppe und komplettierte die Runde – ein besessener Doktorant… natürlich von Outdoor-Abenteuern.

Für Außenstehende dürfte es so aussehen, als hätten wir tagelang immer wieder dasselbe getan – selbst an Weihnachten, Silvester, Neujahr und zum Geburtstag eines Freundes: Climb, Eat, Repeat. Doch die vielen lustigen, verrückten, euphorischen und glücklichen Momente haben uns in den Köpfen jeden Tag als einen einzigartigen Tag hinterlassen.

Würden wir hier alles aufzählen, würde dieser Beitrag vermutlich kein Ende finden. Daher nur eine kleine Auswahl:

  • Der montägliche Markt mit seinem kleinen, bunten Treiben, auf dem uns zum ersten Mal bewusst wurde, welche lange Tradition das Treffen in Leonidio für viele Kletterer bereits hat.
  • Die gemeinsam mit unseren Freunden zubereiteten Festmahle: zu Weihnachten beliebig gefüllte Pitas samt Dessert und zum Geburtstag Spaghetti mit verschiedenen Bolognese-Variationen und Käsekuchen-Spezial.
  • Das Theophaniefest in Plakka, dem Hafen von Leonidio: Ein Priester wirft zur Wasserweihe ein Kreuz ins Meer, junge Männer tauchen danach – und wer es findet, soll ein Jahr voller Glück vor sich haben.
  • Unsere diesjährigen „Weihnachtsbäume“ – geschmückt mit unzähligen Zitronen und Orangen, die wir eimerweise auch noch geschenkt bekamen.
  • Die besondere Ruhe, wenn man abends als Letzte am Fels zurückbleibt und aus seinem Zuhause die Lichter der Stadt aufleuchten sieht.
  • Die Überraschung, wenn sich das Rascheln im Gebüsch als riesige Schildkröte entpuppt.

Und noch so vieles mehr…

Leider waren wir mit der glorreichen Idee, das Jahr in Leonidio beim Klettern ausklingen zu lassen, nicht alleine gesegnet worden. Aus allen Ecken Europas reisten kletterwütige Menschen an – mit dem Fliegen, mit dem Auto, mit den (selbst ausgebauten) Campern.

Anfangs verteilte sich alles gut auf die unzähligen Felsen der Region, doch je näher Silvester rückte, desto voller wurde es überall – bis wir mental in den Modus „Ich mag nicht mehr klettern – ich mag keine Menschen“ wechselten. 

Sie waren einfach überall. Zu jeder Tageszeit. An jedem Felsen – sonnig oder schattig, nah oder fern, leicht oder schwer. Jede Sprache, jede Lautstärke, jede Menge Chalkstaub in der Luft.

Wir waren schon am Verzweifeln, als uns einfiel: Wir leben im Camper. Wir müssen nicht bald wieder abreißen. Wir müssen nicht zwanghaft jede Minute am Fels verbringen. Wir haben Zeit.

Durchatmen und abdrehen. Einen Gang runterschalten. Wir gönnten uns mehr Regenerationszeit und unseren Vierbeinern mehr Zeit und Raum zum Erkunden der Umgebung. Und weil Wandern am entspanntesten ist, wenn die Hunde ohne Leine laufen können, und weil man Hunde am entspanntesten ohne Leine laufen lassen kann, wenn sie nicht weglaufen können, landeten wir schließlich bei Schluchtenwanderungen. 

Keine echten Schluchten wie damals in Albanien, aber die ausgetrockneten Flussbetten, die sich zwischen den Hügeln hindurchzogen, waren mehr als genug. Auf ähnlichen und doch ganz unterschiedlichen Touren sprangen Happy und Cima über Stock und Stein, Baum und Brocken, tobten sich nach Herzenslust aus – und befreiten uns ganz nebenbei aus den Fängen des Kletterwahns.

Was würden wir nur ohne unsere Helden tun.

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