Start von Climb, Eat, Repeat

Nachdem wir am 8. Dezember in Igoumenitsa angelegt hatten, ging es in wenigen, aber entspannten Etappen Richtung Süden – nach Kyparissi an die Ostküste der griechischen Halbinsel Peloponnes. Noch zog die  Urlaubszeit nicht richtig in unser Haus ein, doch dank zahlreicher Überstunden verabschiedeten sich die meisten Arbeitsstunden und die Kletterstunden wurden reichlich aufgestockt. 

So kam es, dass wir Anfang Dezember freudestrahlend im T-Shirt unter strahlend blauem Himmel am Fels standen – natürlich im Schatten, man will ja schließlich etwas für den Hautschutz tun – während sich Freunde und Familie in Deutschland bereits diverse Gliedmaßen abfroren.

Apropos Freunde: Ihretwegen waren wir überhaupt so zügig nach Kyparissi geeilt – die Kletterverstärkung trudelte bereits wenige Tage nach unserer Ankunft ein. Zwar war uns kaum einer davon bekannt, aber wie heißt es so schön: Fremde sind nur Freunde, die wir noch nicht kennengelernt haben.

Unsere Reisegesellschaft würde nun für eine Weile aus zwei Campern und einem Mietwagen bestehen – besetzt mit einer verrückten, bunten Mischung aus einem arabischen Stuttgarter, einem Karl-Marx-Städter, der sich als schwedischer Irländer ausgibt, einem Rotpunkt1-infizierten Serben, (s)einer angehenden Ärztin, die die Idee vom Klettern deutlich schöner findet als deren Umsetzung und natürlich uns, der bewährten Mischung aus lieblichstem Chaos.

Bestes Wetter, bester Fels, beste Absicherung – doch zwischen den Stunden, in denen wir Zweibeiner zwischen Klettern, Essen und Schlafen schwelgten, blieb immer noch genug Zeit, um mit unseren vierbeinigen Nicht-Kletterern durch die Umgebung zu streifen. Entlang der Küste schlängelte sich ein schmaler Weg bis zu einer kleinen weiß-blauen Kirche. Begrenzt durch das Meer und undurchdringlichem Grün ergab sich für uns eine perfekte Gelegenheit ohne Leine durch die Welt zu toben.

Hier, weit weg von der lästigen Geschichte der Wohnmobil-Entführung, muss irgendwo irgendjemand irgendwann einen Neustart-Knopf in unseren Köpfen gefunden und gedrückt haben. Wir können wieder frei atmen, sorgenlos hinter Ecken verschwinden und zwar gemeinsam – und so freut sich auch das Wohnmobil über seine neu gewonnene, alte Freiheit, steht stundenlang alleine an abgelegenen Orten und genießt das tägliche Sonnenbad.

  1. Wer beim Durchstiegsversuch fällt, muss wieder von vorne anfangen. ↩︎

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